Buchsbaumzünsler

Cydalima perspectalis / Familie Zünsler

Merkmale / Bestimmung

Nachtfalter (Kleinschmetterling), Flügelspannweite bis 4,5 cm. Flügel seidig weiß mit breitem braunem Rand. Selten sind ganz braun gefärbte Exemplare mit weißem Fleck zu finden.

Die bis zu 5 cm langen Raupen sind gelbgrün bis dunkelgrün, schwarz und weiß gestreift, mit schwarzen Punkten, weißen Borsten und schwarzer Kopfkapsel.

Wissenswertes

Der Buchsbaumzünsler kann in Privatgärten und öffentlichen Grünanlagen bedeutende Schäden anrichten. Trotz der an sich guten Bekämpfungsmöglichkeit mit Pyrethroiden dürfte die Bekämpfung daran scheitern, dass nie alle Buchsbäume an einem Ort gleichzeitig und unter zusagenden Witterungsbedingungen behandelt werden können. Die Bekämpfung mit Giften durch (Hobby-)Gärtner ist daher ein aussichtsloses Unterfangen. In Privatgärten wird daher vom Einsatz giftiger Mittel abgeraten!

Eine regelmäßige, wöchentliche Kontrolle der Buchsbäume von März bis Oktober erlaubt eine frühzeitige Befallserkennung. Das Einsammeln der Raupen von Hand funktioniert aber nur bei geringem Befall, und es wird niemals gelingen, alle Raupen zu finden.

Bei sehr starkem Befall ist es manchmal sinnvoll, befallene Buchsbäume vollständig zu entfernen und alternative (immergrüne, möglichst einheimische) Pflanzen anzupflanzen, z. B. Berberitze, Pfaffenhütchen, Liguster, Heckenkirsche, Schneeball, Eibe.

Mittlerweile wird vermehrt beobachtet, dass heimische Vogelarten, wie Haussperlinge, Kohlmeisen und Buchfinken befallene Buchsbäume gezielt aufsuchen und die (giftigen) Raupen fressen. Daher Vögel im Garten fördern (z. B. durch naturnahe Gartengestaltung, Nisthilfen) und Wespen und Hornissen (die auch die Raupen fressen) möglichst nicht bekämpfen.

Gefährdung in Österreich

Nicht gefährdet.

Lebensraum

Lebensräume mit Buchsbaum, z. B. Gärten, Parkanlagen, Friedhöfe.

Vorkommen in Österreich

Ursprünglich in Ostasien beheimatet. Wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts durch Pflanzenimporte unbeabsichtigt nach Mitteleuropa eingeschleppt. Die Art wurde 2007 erstmals in Europa und 2009 erstmals in Österreich nachgewiesen und hat seitdem alle Bundesländer besiedelt. Breitet sich von selbst nur ca. 5 km pro Jahr um die Befallsgebiete aus. Die Besiedlung weiter entfernter Orte dürfte bisher wohl ausschließlich über Verschleppung von Eiern oder Raupen mit Buchsbäumchen erfolgt sein.

Juni bis September in zwei vollständigen und einer partiellen dritten Generation.

Raupennahrung

Buchsbaum-Arten, in Österreich Gewöhnlicher Buchsbaum (Buxus sempervirens).

Die Raupen können Schäden durch Kahlfraß an Buchsbäumen verursachen. Sie umgeben die Pflanze mit einem Gespinst, in dem helle Kotkrümel sichtbar sind. Bei starkem Fraß können einzelne Triebe oder gar die ganze Pflanze absterben. Meist treibt die Pflanze aber wieder aus. Die Raupen der letzten Eiablage des Jahres überwintern in Kokons zwischen den Blättern oder in Ritzen in der Nähe der Pflanzen.